Braunbrustigel (Erinaceus europaeus)

Der in Deutschland verbreitete Braunbrustigel (oder Westigel) lebt als Einzelgänger und muss mit zunehmenden Habitatverlusten zurechtkommen, weswegen er mittlerweile auf der Vorwarnliste der Roten Liste Deutschland steht. Das Tier wird bis zu 32 cm lang und hat eine fast rüsselartig verlängerte, bewegliche Schnauze mit Tasthaaren, welche dem Igel als Hauptsinnesorgan dienen. Er hat relativ kleine Augen und seine Ohren liegen im Fell nahezu verborgen.

Relevante Strukturen: Der Igel kommt z. B. in Gärten, Parks und an Waldrändern vor. Er benötigt naturnahe, abwechslungsreich strukturierte Bereiche, Versteckmöglichkeiten sowie ein hohes Angebot an Insekten und Regenwürmern als Nahrung.

Zeitraum: Der Igel ist dämmerungs- und nachtaktiv. Er ruht über den Tag versteckt in Laubhaufen oder unter Sträuchern. Bei Einbruch der Dämmerung begibt er sich auf Nahrungssuche.
Der Igel hält etwa fünf bis sechs Monate (von Oktober/November bis März/April) Winterschlaf, der auch unterbrochen werden kann. Deshalb ist es nicht immer notwendig einen im Winter wachen Igel zu “retten”. Nur schwache, kranke oder verletzte Tiere brauchen Hilfe und dürfen laut Bundesnaturschutzgesetz zur Behandlung oder zum Aufpäppeln aufgenommen werden. Hier finden Sie eine informative Seite rund um dieses und andere Igelthemen.

Wie bemerkt man das Tier: Igel sind sehr laute Tiere. Sie schmatzen und rascheln im Laub beim Fressen und geben bei Bedrohung einzelne Warnlaute (Schnaufen, Schnarchen, Schreien) von sich. Auch schlafende Tiere fauchen und keuchen mitunter. Außerdem hinterlassen sie mit den 5 Zehen ihrer Vorder- und Hinterfüße Spuren, bei denen sich der tiefliegende Daumen aber meist nicht abdrückt.

Was kann man tun?:
  • Anlage geeigneter Habitate im Garten, in Innenhöfen und Grünanlagen, die Unterschlupf und Nahrung bieten. Das können z.B. Hecken aus einheimischen Sträuchern und Stauden sein, verwilderte Ecken, Kompost-, Laub- und Asthaufen sowie vielfältige Wiesen für die Versorgung mit Insekten
  • Liegenlassen von Laub- oder Reisighaufen über Winter. Diese können als Versteck für den Winterschlaf dienen.
  • Verzicht auf Mähroboter, vor allem nach Einbruch der Dämmerung
  • Verzicht auf chemische Schädlingsbekämpfung
  • Licht- und Lüftungsschächte u. Ä. abdecken oder mit Ausstiegshilfen versehen. Sie können sonst zu Fallen werden für Igel und andere Tiere werden (Infoblatt Sonstige Tierfallen).
  • Vermeidung von Ratten- und Mäusefallen
  • Im Sommer kann man auch gerne mal eine Wassertränke aufstellen, das hilft nicht nur dem Igel in trockenen Sommern