Häufige Fragen von Architekten

Wer berät mich bei Fragen zum Artenschutz an Gebäuden?

Erste Ansprechpartnerin zu allen Fragen des Artenschutzes ist prinzipiell die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt oder bei der Stadt, soweit diese eine eigenständige entsprechende Dienststelle hat. Fachgutachter, deren Beteiligung an Planungsvorhaben auch durch die Untere Naturschutzbehörde empfohlen werden kann, prüfen das Vorhabengebiet bzw. das betroffene Gebäude auf eventuelle, im Weiteren zu berücksichtigende Artenvorkommen und begleiten das Vorhaben auch bei der Umsetzung von Artenschutzmaßnahmen. Darüber hinaus informiert das Projekt „Artenschutz am Haus“ allgemein zu diesem Thema.

Welche Behörde ist bei meinem Bauvorhaben für den Artenschutz zuständig?

Für Fragen zum Artenschutz im Zusammenhang mit Bauvorhaben kontaktieren Sie die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt oder bei der Stadt, soweit diese eine eigenständige entsprechende Dienststelle hat.

Wie muss ich den Artenschutz bei einem Bauvorhaben berücksichtigen?

Bei einem Bauvorhaben ist grundsätzlich vorab zu prüfen, ob dadurch geschützte Arten betroffen sein könnten. Rechtliche Grundlage hierfür ist der § 44 Abs. 1 BNatSchG. Bei Bauvorhaben an Gebäuden ist demnach sicher zu stellen, dass keine Individuen geschützter Arten verletzt oder getötet werden und dass für die Arten auch nach Fertigstellung des Vorhabens Lebensräume in gleicher Quantität und Qualität wie vorher zur Verfügung stehen.
Diese Bestimmungen können üblicherweise durch eine Beschränkung der Bauarbeiten auf den Zeitraum 1.10. – 28.02. und durch die Umsetzung spezieller Maßnahmen zum Erhalt bzw. zur Neuschaffung von Quartieren/Nisthilfen erfüllt werden. Hierfür ist aber meist eine konkrete fachliche Beurteilung und Begleitung Voraussetzung. Nur in seltenen Fällen (z. B. Kirchen mit großem Vorkommen einer Fledermausart in großräumigen Dachstühlen) kann es zudem zu einer erheblichen Störung mit Verschlechterung des Erhaltungszustands der lokalen Population kommen. Hier kann eine Lösung aufwändiger sein oder auch zur Einschränkung oder Abwandlung des beabsichtigten Vorhabens führen.
Zur fachlichen Beurteilung möglicher Artenvorkommen, des möglichen Maßnahmenbedarfs und zur Begleitung der Maßnahmenumsetzung sollte in der Regel ein Fachgutachter eingeschaltet werden.
Wie man bei der Berücksichtigung des Artenschutzes bei einem Bauvorhaben am besten vorgeht, zeigt folgendes Ablaufschema.

Wann darf ich an einem Gebäude mit Artenvorkommen Baumaßnahmen durchführen?

Prinzipiell dürfen Baumaßnahmen in solchen Fällen nur dann durchgeführt werden, wenn die Tiere nicht anwesend sind und somit nicht in Gefahr geraten, im Zuge der Maßnahmen verletzt oder getötet zu werden. Üblicherweise ist hierfür der Zeitraum 1.10. – 28.02. eines Jahres anzusetzen. Während dieser Zeit kann in der Regel davon ausgegangen werden, dass keine fluchtunfähigen Tiere am Gebäude vorhanden sind. Eine Ausnahme hiervon besteht dann, wenn sich in dem betroffenen Gebäude ein Winterquartier von Fledermäusen befindet. In diesem Fall ist zwingend eine Detailplanung unter Einbeziehung der Unteren Naturschutzbehörde und von Fachgutachtern notwendig.
Darüber hinaus muss generell (auch außerhalb des oben genannten Zeitraums) darauf geachtet werden, dass bei einem Vorhaben bestehende Brutplätze bzw. Quartiere geschützter Arten nicht zerstört werden. Kann dies nicht ausgeschlossen werden, sind eine Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde und die Umsetzung von bestimmten, sogenannten funktionserhaltenden Maßnahmen notwendig.
Wann welche Arten an Gebäuden angetroffen werden können und wann dementsprechend Baumaßnahmen durchgeführt werden dürfen, zeigt diese Übersicht.

Ich habe im Zuge einer Baumaßnahme Vögel oder Nester gefunden. Was soll ich tun?

Haben Sie Vögel gefunden, so ist als erstes zu klären, ob es sich um brütende Altvögel bzw. deren Junge handelt oder um Vögel, die sich lediglich im Gebäude aufhaltende ohne zu brüten. Handelt es sich um brütende Vögel bzw. ein Nest mit Eiern oder Jungvögeln, stellen Sie bitte die Arbeiten sofort ein und informieren sie die Untere Naturschutzbehörde. Versuchen Sie, die Vögel bzw. deren Brutgeschäft nicht zu stören, bis das weitere Vorgehen mit der Behörde abgestimmt ist.
Finden Sie ein Nest außerhalb der Brutzeit, dann handelt es sich bei dem Gebäude bzw. der jeweiligen Struktur um eine sogenannte Fortpflanzungsstätte. Solche sind, ebenso wie relevante Ruhestätten (z. B. Schlafplätze von Haussperlingskolonien) ebenfalls geschützt und dürfen nicht ohne weiteres gestört oder entfernt werden. Ein Vogelexperte hilft Ihnen zu klären, um welche Art es sich handelt und wo und wie ggf. Ersatznistmöglichkeiten angebracht werden. Stimmen Sie dies mit der Unteren Naturschutzbehörde ab.

Ich habe im Zuge einer Baumaßnahme Fledermäuse freigelegt. Was soll ich tun?

Bitte stellen Sie die Arbeiten sofort ein und informieren Sie umgehend den zuständigen Fledermausbeauftragten oder die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt bzw. bei der Stadt, soweit diese eine eigenständige entsprechende Dienststelle hat.
Wenn möglich, lassen Sie die Tiere sitzen und decken Sie ihr Versteck ggf. wieder ab. Im Notfall (Quartier zerstört, Fledermäuse herausgefallen), können Sie die Tiere auch vorsichtig mit Handschuhen in eine Schachtel setzen. Der Fledermausexperte bzw. die Untere Naturschutzbehörde wird sie zum weiteren Vorgehen beraten.
Bitte beachten Sie, dass Fledermäuse strengen artenschutzrechtlichen Bestimmungen unterliegen.

Wie kann ich Vögel an einem Gebäude fördern?

Je nach Vogelart kann eine Vielzahl von Strukturen am und ums Gebäude als Brut- und Schlafplätze dienen, z. B. Traufkästen, Nischen und Hohlräumen an der Fassade, Dachböden, Dachüberstände sowie Hecken und Bäume im Garten. Möchte man neue oder zusätzliche Nistmöglichkeiten schaffen, kann man für die jeweilige Art geeignete Nistkästen anbieten. Im Handel gibt es eine Vielzahl verschiedener Modelle, die außen am Gebäude angebracht oder bei Neubauten bzw. im Zuge von Sanierungen auch in die Fassade integriert werden können. Viele Modelle lassen sich auch einfach selbst anfertigen.
Bitte beachten Sie, dass auch ein selbst geschaffener Nistplatz – sobald er von Vögeln genutzt wird – nicht so ohne Weiteres wieder entfernt werden darf.
Ebenso wichtig wie ein gutes Nistplatzangebot ist eine hohe Strukturvielfalt im Garten (offene Bodenstellen, selten gemähte Bereiche, samen- und beerenreiche Büsche, Stauden und Blumen, Komposthäufen) für eine gute Nahrungsgrundlage.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter Dokumente in den Informationsblättern zu den verschiedenen Vogelarten.

Wie kann ich Fledermäuse an einem Gebäude fördern?

Kommen am oder im Gebäude bereits Fledermäuse vor, sollten bestehende Quartiere (Hangplätze, Mikroklima, Lichtverhältnisse etc.) sowie Ein- und Ausflugöffnungen möglichst nicht verändert werden. Möchte man neue oder zusätzliche Quartiere schaffen, bietet sich eine Vielzahl an Gebäudestrukturen an, die von Fledermäusen genutzt werden können: Hierzu zählen insbesondere unausgebaute, zugluftfreie und ungestörte Dachstühle, aber auch enge Spalten in der Fassade, im Mauerwerk und im Dachbereich, Rollladenkästen sowie Hohlräume in Zwischendächern oder hinter Außenverkleidungen u.v.m. Solche bereits vorhandenen Versteckmöglichkeiten lassen sich oft mit einfachen Mitteln für Fledermäuse zugänglich machen (z. B. Verzicht auf Insektengitter, Einfluglöcher offen halten). Zudem können handelsübliche oder selbstgebaute Fledermauskästen außen am Gebäude angebracht oder bei Neubauten bzw. im Zuge von Sanierungen auch in die Fassade integriert werden.
Bitte beachten Sie, dass auch ein selbst geschaffenes Quartier – sobald es von Fledermäusen genutzt wird – nicht so ohne Weiteres wieder entfernt bzw. verschlossen werden darf.
Ebenso wichtig wie ein gutes Quartierangebot ist das Vorhandensein geeigneter Nahrungshabitate. Um das Nahrungsangebot (Insekten) zu verbessern, sollte man seinen Garten naturnah und abwechslungsreich gestalten (vielfältige Strukturen, Gartenteich) und auf Gifte verzichten.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie im Informationsblatt Fledermäuse.

Wie bringe ich Nisthilfen für Vögel richtig an?

Folgende Punkte sollten bei der Anbringung von Vogelnisthilfen prinzipiell beachtet werden:

  • Das Einflugloch der Nisthilfe sollte für die meisten Arten ost- bis südostexponiert, also wetterabgewandt und nicht dauerhaft stark besonnt sein. Ausnahme hiervon ist der Mauersegler, der nordexponierte Nisthilfen bevorzugt.
  • Die Nisthilfen sollten in einer gewissen (teils artabhängigen) Mindesthöhe angebracht werden. Für alle Kästen gilt eine Mindesthöhe von ca. 2 m; Dohlen, Mauersegler, Turmfalken und Schleiereulen besiedeln jedoch Nisthilfen erst ab einer Höhe von ca. 4 m, gerne auch deutlich höher. Auch Haussperlinge bevorzugen hoch angebrachte Nisthilfen.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter Dokumente in den Informationsblättern zu den verschiedenen Vogelarten.

Wie bringe ich Fledermauskästen richtig an?

Folgende Punkte sollten bei der Anbringung von Fledermausquartieren beachtet werden:

  • Ersatzquartiere möglichst in der Nähe früherer Quartiere anbringen (Fledermäuse sind meist sehr standorttreu),
  • freier An- bzw. Abflug, möglichst hoch am Gebäude (z. B. Firstbereich, unter Dachsims),
  • warme, windstille Lage (Süd-, Südost-, Ostseite von Gebäuden), nicht auf der Wetterseite, nicht dauerhaft in der prallen Sonne,
  • optimalerweise mehrere Kästen an unterschiedlichen Hausseiten anbringen (ermöglicht den Tieren Quartierwechsel je nach Sonneneinstrahlung und Witterung),
  • nachts keine direkte Beleuchtung

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie im Informationsblatt Fledermäuse.

Wo kann ich Nisthilfen kaufen?

Eine Liste zu Anbietern von Nisthilfen für Vögel, Fledermäuse und weitere Tierarten finden Sie hier.

Gibt es alternative Lösungen zu den „herkömmlichen“ Nistkästen?

Die „herkömmlichen“ Nistkästen wurden auf Grundlage der artspezifischen Anforderungen der jeweiligen Tierart so entwickelt, dass sie in den meisten Anwendungsfällen eingesetzt werden können. Darüber hinaus gibt es jedoch auch Sonderfälle, in denen angepasste individuelle Lösungen möglich bzw. erforderlich sind. Ein Beispiel hierfür ist etwa die Integration von Nisthilfen in den an älteren Gebäuden ohnehin bestehenden Traufkästen (z. B. für Mauersegler).
Auch hinsichtlich der optischen Gestaltung der Nistkästen sind letztendlich keine Grenzen gesetzt, sofern diese die artspezifischen Anforderungen an die jeweiligen Nisthilfen berücksichtigen und eine Anbringung an geeignete Stellen gewährleistet werden kann (vgl. hierzu die Angaben in unseren Informationsblättern zu den verschiedenen Arten).
Konstruktionsbeispiele für Nisthilfen, die nicht den “herkömmlichen” entsprechen, finden Sie hier.

Wo finde ich Konstruktionszeichnungen für Nisthilfen und Gebäudequartiere?

Konstruktionszeichnungen und Anleitungen zum Bau verschiedenen Nisthilfenmodelle finden sie hier sowie auf den hier verlinkten Seiten.
Zum Bau sollte möglichst witterungsbeständiges, aber unbehandeltes Holz zu verwenden. Außen können die Kästen mit Leinöl oder umweltfreundlichen Farben gestrichen werden. Die Innenseiten sollten aufgeraut sein, damit die Tiere besser Halt finden (besonders wichtig bei Fledermauskästen). Bei der Anbringung der Nisthilfen ist auf die artspezifischen Anforderungen an Nistplätze und Quartier zu achten, um zu gewährleisten, dass die Kästen auch an einer geeigneten Stelle aufgehängt werden (vgl. hierzu die Angaben in unseren Informationsblättern zu den verschiedenen Arten).

Ist der Einbau von Gebäudequartieren für Tiere förderfähig?

Ja. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) listet im ihrem Katalog der förderfähigen Maßnahmen unter dem Punkt „Welche Maßnahmen sind bei der Wärmedämmung von Wänden förderfähig“ die Maßnahme „Erhalt von Nistplätzen für Gebäudebrüter (z. B. durch Einbau von Nistkästen/Niststeinen in die Fassade oder in die Wärmedämmung sowie besondere Konstruktionen in Traufkästen)“ auf. Ebenso wird dies unter dem Punkt „Welche Maßnahmen sind bei der Wärmedämmung von Dachflächen förderfähig?“ genannt.
Speziell für Bürger der Stadt Tübingen besteht die Möglichkeit, über das städtische Förderprogramm „Biodiversität im Garten und rund um das Haus“ bis zu 50% der Anschaffungskosten einer Nisthilfe ersetzt zu bekommen (max. 150 € pro Nisthilfe). Weitere Informationen sowie die entsprechenden Antragsformulare zu diesem speziellen Punkt finden Sie hier.

Kann ich ein Gebäudequartier von Vögeln oder Fledermäusen, das jedes Jahr genutzt wird, im Winter für Arbeiten an der Fassade o. ä. entfernen?

Im Prinzip ja, wenn sichergestellt ist, dass

  1. die Tiere zum Zeitpunkt der Inanspruchnahme das Quartier nicht nutzen, da sie in einem anderen Winterquartier oder weg gezogen sind,
  2. das Quartier vor ihrer Rückkehr wieder funktionsfähig ist,
  3. die Funktion der Niststätte auch nach den Arbeiten noch sicher gestellt ist (z. B. Zugänglichkeit)

Könnte ich Gebäudequartiere im Winter nicht auch einfach ganz entfernen?

Im Prinzip nein, denn solche über mehrere Jahre regelmäßig bezogene Niststätten/Quartiere sind auch während der winterlichen Abwesenheit der Tiere geschützt. Das Quartier dürfte ggf. nur dann entfernt werden, wenn

  1. die Tiere nach ihrer Rückkehr dieses ohnehin aus anderen Gründen nicht mehr nutzen könnten oder
  2. ein mindestens gleich gut geeigneter Ersatz an anderer Stelle im Umfeld neu bereitgestellt wurde.

Dies gilt übrigens auch für Nisthilfen/Quartiere, die Sie selbst in Eigeninitiative angebracht haben.

Lassen sich Tiere ggf. umsiedeln?

Soweit mit Umsiedlung der direkte Fang und die Wiederaussetzung von Tieren an eine andere Stelle gemeint ist, sollten Sie davon in aller Regel Abstand nehmen; für viele Arten ist dies ohnehin verboten und teils auch nicht erfolgversprechend. Eine Umsiedlung setzt voraus, dass einerseits möglichst schonend vorgegangen wird, und andererseits die Stelle, an der die Tiere ausgesetzt werden sollen, auch ihren Lebensraumansprüchen genügt und ausreichend „Kapazität“ hat (nicht also schon durch andere Individuen der Art besetzt ist). Dies ist nur durch Experten zu beurteilen. Eine direkte Umsiedlung bedarf bei geschützten Arten der vorherigen Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde und einer entsprechenden Genehmigung.
Eine andere Möglichkeit wäre eine „Umquartierung“, d. h. ein neues Ersatzquartier bzw. ein Ersatzlebensraum wir an einer anderen Stelle als das/der bisher von der Art genutzte angeboten und die Tiere sollen dieses bzw. diesen dann eigenständig annehmen. Auch dieses Vorgehen sollte unter fachkundiger Anleitung durchgeführt werden und bedarf in vielen Fällen einer Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde. Es muss eine ausreichende Wahrscheinlichkeit dafür gegeben sein bzw. erreicht werden, dass die betroffenen Individuen auch wirklich umziehen. Man sollte auch beachten, dass die Herstellung und Besiedlung von solchen Ersatzquartieren und Ersatzlebensräumen längere Zeiträume in Anspruch nehmen kann.

Ein Specht hämmert Löcher in meine Fassadendämmung. Was kann ich dagegen tun?

Dies ist inzwischen ein verbreitetes Problem, für das es noch keinen auf wissenschaftlichen Daten basierenden und gesicherten Lösungsvorschlag gibt. Nach Informationen der Firma STO wurden in zwei Gebieten gute Erfahrungen mit der Anbringung von Schwarzspecht-Attrappen an den Fassaden gemacht. Da der Schwarzspecht die Höhlen anderer Spechte aufhacken kann und die Jungen erbeutet, könnte das Meideverhalten der anderen Spechte als Prädationsvermeidung interpretiert werden.

Falls Sie Erfahrungen mit (kreativen) Lösungsansätzen zu diesem Thema gemacht haben, würden wir uns über eine Nachricht freuen, wobei Informationen zu positiven wie negativen Erfahrungen wichtig für die Weiterentwicklung sein können.

Machen Vögel nicht auch viel Dreck? Was kann ich gegen Verschmutzungen tun?

Ja, Vögel, die an einem Gebäude brüten, hinterlassen gewisse Spuren. Hierbei handelt es sich insbesondere um das Nest selbst und um Kot. Es ist jedoch so, dass ein Großteil der Vogelarten den Kot der Jungvögel selbst vom Nest wegträgt, um mögliche Fraßfeinde durch die Kotspuren nicht auf das Nest aufmerksam zu machen. Aus diesem Grund findet sich unter den meisten Nisthilfen kein Kot. Ausnahme hiervon sind Mehlschwalben. Um Abhilfe zu schaffen, können unter Nestern dieser Art (unabhängig davon, ob es sich um künstliche oder von den Vögeln selbst gebaute Nester handelt) sogenannte Kotbretter angebracht werden. Dadurch kann verhindert werden, dass der Kot der Tiere die Fassade oder davor liegende bzw. darüber hinausstehende Flächen (z. B. Balkon, Fensterbrett) verschmutzt. Wichtig ist, dass die Kotbretter in einem Abstand von ca. 50 cm zu den Nestern angebracht werden, um die Tiere beim An- und Abflug nicht zu behindern. Die Kotbretter können in größeren zeitlichen Abständen gereinigt werden.
Darüber hinaus ist prinzipiell zu empfehlen, Nisthilfen nicht direkt über Fenstern, Türen oder Terrassen anzubringen, sodass eventuelle unvermeidbare Verschmutzungen in weniger intensiv genutzten Bereichen entstehen.

Können auch Fledermäuse mein Haus verschmutzen?

Fledermauskot ist gesundheitlich unbedenklich und besteht aus kleinen, trockenen Krümeln, die leicht zerfallen. Den meisten Hausbesitzern fällt er gar nicht auf. Fledermauskästen für Gebäude sind in der Regel so gestaltet, dass der Kot über eine Schräge nach außen fällt. Am Besten bringt man sie daher nicht direkt über Fenstern, Türen oder Balkons an. Die trockenen Kotkrümel lassen sich bei Bedarf aber problemlos wegfegen und eignen sich sehr gut als Blumendünger. Bei großen Kolonien in Dachstühlen (heute sehr selten geworden!) empfiehlt es sich, unter den Hangplätzen Plastikfolien auszulegen oder Kotbretter zu installieren und den anfallenden Kot einmal im Jahr zu entfernen. Reinigungsarbeiten sollten dabei immer in Abwesenheit der Tiere durchgeführt werden.

Sind Fledermäuse gefährlich für den Menschen?

Obwohl mancherorts noch immer Vorurteile bestehen, sind Fledermäuse völlig harmlose und sogar sehr nützliche „Mitbewohner“. Unsere heimischen Arten ernähren sich ausschließlich von Insekten und Spinnen und übertragen grundsätzlich auch keine Krankheiten auf den Menschen. Bei einem Biss kann jedoch – wie bei jedem Wildtier – Infektionsgefahr bestehen. Man sollte Fledermäuse daher möglichst nicht oder im Notfall nur mit Handschuhen anfassen. Auch von Fledermausquartieren in Gebäuden geht generell keine gesundheitliche Gefahr für die Hausbewohner aus. Bei größeren Kolonien (heute sehr selten geworden!) empfiehlt es sich jedoch aus hygienischen Gründen, den anfallenden Kot einmal im Jahr zu entfernen (auch gestorbene Tiere können vorkommen). Reinigungsarbeiten sollten dabei immer in Abwesenheit der Tiere durchgeführt werden.